
Bald ist es wieder so weit: Am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag. An diesem Tag denken wir daran, dass wir bereits vieles erreicht haben und sich der jahrzehntelange Einsatz für die Rechte der Frauen lohnt. Er zeigt uns aber auch, dass es noch viel zu tun gibt, um wirkliche Gleichstellung zu erlangen.
Bei uns in Berlin ist der Frauentag seit nun sieben Jahren ein gesetzlicher Feiertag. Ich habe damals diesen besonderen Tag als Feiertag vorgeschlagen und war überwältigt von der breiten öffentlichen Unterstützung. Am Ende unterschrieben knapp 29.000 Berlinerinnen und Berliner eine Online-Petition zur Einführung des Frauentages als Feiertag. Es freut mich immer noch, dass 40 Prozent der Unterschriften von Männern stammten, die den Vorschlag solidarisch unterstützten. Im Januar 2019 stimmte dann das Berliner Abgeordnetenhaus für die Einführung des Frauentags am 8. März als gesetzlichen Feiertag.
Viele Menschen mit Ostbiografie, wie ich selbst, verbinden mit diesem Tag gute Erinnerungen. Es ging schon immer um mehr als Rosen zur Anerkennung von Frauen. Der Frauentag war schon damals ein sehr bedeutender Feiertag, an dem es auch um konkrete politische Forderungen ging; so auch heute.
Schon 1910 haben Frauen diesen Tag eingeführt, an dem sie seither für Gleichberechtigung und für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen. Denn noch immer haben Frauen ein niedrigeres Gehalt als Männer, erhalten weniger Rente und leisten mehr unbezahlte Pflegearbeit. Noch immer sind Frauen in den Chefetagen der Wirtschaft und in Teilen der Politik, beispielsweise im Bundestag, unterrepräsentiert.
Für mich wie für die meisten Berlinerinnen und Berliner ist klar, dass dieser wichtige Tag ein Feiertag bleiben muss. In Berlin wird es am 8. März auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen geben. Zum Beispiel werden bei „Rosen für Clara“ am Clara Zetkin-Denkmal in Marzahn um 16 Uhr Blumen niedergelegt. Organisiert wird die Gedenkveranstaltung vom FrauenNetz Marzahn-Hellersdorf, das seit nun 20 Jahren auf diese Art die Frauenrechtlerin Clara Zetkin würdigt. In Berlin Mitte wird die AWO auf die Situation von Frauen aufmerksam machen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Auch die SPD wird bei zahlreichen Demonstrationen und Veranstaltungen vertreten und beteiligt sein.